Schießanlage – schon wieder?

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Gerade einmal ein halbes Jahr ist es her (der Wahlkampf nahm gerade erst Fahrt auf), dass im Herbst 2019 ein Investor mit einem Anliegen auf die Gemeinde zukam: im Außenbereich der Marktgemeinde sollte ein Schießkino mit beweglichen Zielen entstehen, Event-Schießen auf bis zu 300m Bahnlänge. Vorteile für die Polizei und für Jäger wurden angeführt. Auch den Lorenzer Schützen, nach der Schließung des Wirtshauses Heyder heimatlos, wurde eine Möglichkeit zur Nutzung in Aussicht gestellt.

Mitglieder aller Fraktionen zeigten sich skeptisch, eine von Katharina Kohlmeyer und mir ins Leben gerufene Online-Petition gegen die Anlage wurde innerhalb einer Woche von mehr als 600 Menschen, hauptsächlich Bürger*innen der Marktgemeinde, unterzeichnet. Unmittelbar nach dem Ende der Petition zog der Investor seine Anfrage zurück, die CSU feierte diesen Rückzug als eigenen Erfolg (https://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-land-nachrichten/protest-gegen-schiessstand-bei-lorenzen-21364-art1849175.html). 

Kaum ist die Wahl gelaufen, und eine Corona-Anstandsfrist gewahrt, ist das Thema anscheinend wieder aktuell: bereits vor einigen Wochen fragte Christian Hauner im Namen des Investors, ob Interesse an einem weiteren Gespräch bestünde. Meine Antwort als Fraktionssprecherin der SPD im Marktgemeinderat war ein klares Nein. 

Die Gründe, die gegen die Schießanlage sprechen, haben sich kaum geändert. Stattdessen gab es in Hanau in der Zwischenzeit ein weiteres Beispiel für unkontrollierte Waffengewalt. Bei einer Anlage wie der geplanten geht es nicht um im Verein organisierten Schießsport und Verantwortung im Umgang mit der Waffe. Hier geht es um den Spaß am Schießen, für jeden ab 18, vollkommen ohne soziale Kontrolle. Extremisten aller Art sind sicherlich nicht die Zielgruppe des Investors, werden aber eben auch die Kassen der Schießanlage und des zusätzlich geplanten Waffenladens füllen. Eine Heimat für die Lorenzer Schützen ist in der Zwischenzeit auch gefunden, erst in der Mai-Sitzung wurde den Plänen des SC Lorenzen und der Lorenzer Schützen im Gemeinderat zugestimmt, die geplanten Sportanlagen des SC Lorenzen, mit Zuschüssen der Gemeinde, entsprechend zu erweitern.

Heute kam nun also wieder ein Vorstoß des Investors, in Form einer E-Mail des Bürgermeisters. Geladen sind die Fraktionsvorsitzenden Anfang Juli, um gemeinsam mit dem Investor das Projekt erneut zu besprechen. Ich frage mich nun: Was soll das? Der Widerstand gegen die Anlage, von mehreren Parteien und zahlreichen Bürger*innen im Oktober und November ausgedrückt, sollte eigentlich reichen, um dieses Projekt endgültig zu den Akten zu legen.