Plakate, Plakate

Wahlplakate gehören sicherlich zu den deutlichsten Zeichen dafür, dass demnächst irgendeine Wahl ansteht. In der Stadt Regensburg lächeln einen schon seit geraumer Zeit von allen Laternenmasten freundliche Gesichter an, verbunden mit verschiedensten Botschaften. Da gibt es Forderungen für mehr Wohnraum, bessere Radwege, aber auch einfach Weihnachtsgrüße waren da zu sehen.

Im Markt Lappersdorf beginnt der übliche Plakat-Wahlkampf sechs Wochen vor der Wahl. Hier gibt legt die Gemeindeverordnung fest, dass vorher ausschließlich Veranstaltungshinweise plakatiert werden dürfen. Wir alle kamen also in den ersten Wochen des Jahres 2020 nicht an den Werbeplakaten der CSU für ihre Veranstaltungen vorbei, die sowohl an Laternen als auch an Bauzäunen teils noch Wochen nach der Veranstaltung aushingen. Auch die PWG um Frau Mittermaier, die noch bis Anfang letzter Woche auf eine Teilnahme bei der Kommunalwahl hatte hoffen können, hatte ihre Wahlveranstaltungen fleißig auf Plakaten beworben.

Plakate, die allerdings klar zur Wahl einer bestimmten Person aufrufen, sind erst sechs Wochen vor der Wahl erlaubt. So standen also auch wir in den Startlöchern, denn am 15.03.2020 ist Kommunalwahl in Bayern, und ich trete als Bürgermeisterkandidatin für den Markt Lappersdorf an. Da diese Plakate doch eine große Aussenwirkung haben, ist die Gestaltung im Vorfeld ein wichtiges Thema. Wie alle anderen Parteien und Gruppierungen auch, überlegten wir uns, was wir mit unseren Plakaten transportieren wollten. Wir wollten einen hohen Wiedererkennungswert, daher stand für uns bereits früh fest, dass wir für die meisten Drucksachen das gleiche Bild von mir nehmen wollten. Dieses wirklich gelungene Porträt von mir habe ich Jürgen Krall zu verdanken. Die ganze Bildgestaltung ist klar, frisch, und dynamisch. Dazu passt auch das klare Rot unserer SPD, das einerseits farblich ein echter Hingucker ist, andererseits auch schon durch seine Positionierung am unteren Bildrand sozusagen die Basis bildet, wofür ich stehe. Es ist sehr klassisch gehalten, da wir nicht zu viele Botschaften hineinpacken wollten. Wir haben uns auch klar dafür entschieden, nur dieses Bild zu verwenden, da wir die Plakate nicht überfrachten wollen. Unsere politischen Inhalte sind doch etwas komplexer, als sie auf ein Wahlplakat zu packen.

Natürlich verstehe ich, dass es für andere vielleicht interessant ist, mich auch einmal mit meiner Familie zu sehen. Deshalb haben mein Mann und ich uns entschlossen, dass in unserem zweiten Flyer ein Familienbild zu sehen sein wird. Wir wollten hier aber ein authentisches Bild aus unserem persönlichen Fundus, und kein extra für die Wahl angefertigtes. Für die Wahlplakate haben wir uns aber explizit dagegen entschieden, die Kinder oder meinen Mann abzubilden – schließlich stehe ich zur Wahl, und nicht meine Familie.

Am letzten Wochenende war es dann soweit: wir durften insgesamt 30 Plakate im Markt Lappersdorf aufhängen, dazu kamen an 5 Standorten großflächige Bauzaun-Banner. Also zogen wir in drei Teams los, und hängten in den verschiedenen Ortsteilen unsere Plakate auf. Da es auch hier einige Vorschriften gibt, war die Standortsuche gar nicht so leicht. Letztlich waren wir aber zufrieden mit unserer Verteilung. Und ich kann sagen, dass es schon ein etwas eigenartiges Gefühl ist, das eigene Gesicht von einem Laternenmast entgegenlächeln zu sehen 😉

Leider kam uns nun, nach nur einer Woche, das Wetter etwas in die Quere: Sabine war angekündigt, ein Orkan mit Windstärken um die 120 km/h. Am Sonntag morgen holten wir also alle Bauzaun-Banner wieder ein, sicherten die Bauzäune, und hängten auch die meisten Plakate noch einmal ab. Hier geht eindeutig die Sicherheit vor – ein bespannter Bauzaun entwickelt sich in einem Sturm schnell zum Segel, und kann dann natürlich immensen Schaden anrichten. Das wollten wir nicht verantworten. Unsere Plakate hätten wohl weniger Schaden angerichtet, als selbst welchen genommen. Bereits die stärkeren Winterwinde in der letzten Woche hatten sie schon etwas mitgenommen. Nun werden wir uns in den nächsten Tagen wieder an die Arbeit machen, und Plakate und Bauzaun-Banner wieder anbringen. Denn, wenn es auch ein in Zeiten des wachsenden Umweltbewusstseins merkwürdiger Brauch ist, so spielen dieses Spiel doch alle, und ich möchte durchaus als Alternative zu den Männern im Angebot wahrgenommen werden!